Donnerstag, 11.03.2010 - 16:03 Uhr

von Daniel Becker

Auf dünnem Eis

Das richtige Verhalten

Eisfläche Hegbachsee

Bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt locken zugefrorene Seen und Wasserflächen immer wieder Menschen an. Doch es ist Vorsicht geboten. Auch einige Tage andauernder Frost garantiert nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig ist. „Betreten Sie nur Flächen, die freigegeben wurden!“, Besonders Kinder lassen sich von den glitzernden Eisflächen zu unvorsichtigem Verhalten verleiten.

Sollte Sie einen Unfall auf dem Eis beobachten, verständigen sie sofort über Notruf 112 die Rettungskräfte. Eingebrochene Personen können sich maximal drei bis vier Minuten über Wasser halten. In rund drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter.

Für einen sicheren Ausflug, beachten Sie folgende Tipps der Feuerwehr:

  • Nehmen Sie örtliche Warnhinweise ernst. Auch Kindern muss man die Gefahren klar machen.
  • Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem Unfall kann sonst niemand Hilfe holen kann.
  • Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten. Wenn Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen, zum Ufer robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).
  • Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112 Hilfe bzw. veranlassen Sie, dass der Notruf abgesetzt wird!
  • Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und bewachsenem Ufer geboten; auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr!

Verhalten im Unglücksfall:

  • Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
  • Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinaus wagen.
  • Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Zaun, Hockeyschläger) verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
  • Gerettete in warme Decken oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben.
  • Unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.

Mit dem Thema einer Eisrettung beschäftigte sich die Einsatzabteilung der Feuerwehr im Rahmen eines Übungsabends. Hier eine Bilder von der Übung am Nauheimer Hegbachsee:

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